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Das Haus der Amish

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Das Haus der Amish ist ein Lost Place in einer kleinen Ortschaft in Thüringen. Verwunderlich hierbei war, dass dieses verlassene Wohnhaus baulich eher wie eine Jugendherberge wirkte. Sowie von der Größe als auch von der räumlichen Anordnung kam dies in keiner Weise einem herkömmlichen Wohnhaus nahe. Außerdem waren sämtliche Bereiche in diesem verlassenen Gebäude miteinander verbunden. Doch wer braucht so viele Schlafzimmer und mehrere Küchen, Wohnzimmer und Essbereiche?

DIE „HEFT FAMILY“ IM HAUS DER AMISH

All diese vielen Räume brauchte die sogenannte Heft Family. Allerdings war sie keine herkömmliche Familie. Vielmehr handelte es sich hierbei um eine Glaubensgemeinschaft. Das Oberhaupt dieser war Herr Heft. Ein ehemaliger US-Amerikanischer Soldat, welcher zum Ende seines Wehrdienstes in Deutschland stationiert war. Allem Anschein nach erkannte er in Deutschland ein gewisses Potential seinen Glauben zu verbreiten. Sein Ziel war es eine streng christliche Großfamilie zu führen, die nach seinen Ideologien lebt. Die Großfamilie bestand aus vielen, teils nicht miteinander verwandten Familien, die lebten als wären sie eine gemeinsame. Zudem lebten sehr viele Kinder in diesem Kreise. Einige davon waren auch adoptiert.

MEHR SEKTE ALS FAMILIE

Allerdings entstand der Eindruck, dass es sich weniger um eine Glaubensgemeinschaft handelte. Die Heft Family verfolgte verschiedene teils absurde Ansichten. Sie sympathisierten mit US-amerikanischen Glaubensgemeinschaften wie „The Voice of the Martyrs“ und „Harvest International Ministries“. Bei beiden handelt es sich um strenge christliche Glaubensgemeinschaften mit ganz eigenen Weltbildern. Zudem kapselte sich die Heft Family von allen anderen ab. Für Nachbarn waren sie in gewisser Weise ein Mysterium. Doch mit dem Tod von Herrn Heft zerbrach die Heft Family. Was aus seiner Frau, den Kindern und allen anderen wurde ist nicht bekannt.

DIE HINTERLASSENSCHAFTEN IM HAUS DER AMISH

Nach dem Zerfall der Heft Family wurde nahezu alles vor Ort zurückgelassen. Besonders beeindruckend war der generelle Einrichtungsstil. Es erinnerte an Filme über die Amish. Nichts im ganzen Gebäude war deutsch. Selbst Putz- und Nahrungsmittel waren aus den USA. Toll waren zudem die wundervollen Tapeten und die Möblierung. Alles in allem entstand hier ein beeindruckender Lost Place mitten in Thüringen. Dieser war glücklicherweise noch nahezu verschont von Vandalismus und Plünderung. Bleibt zu hoffen das dieser verlassene Ort noch lange in diesem Zustand erhalten bleibt. Denn das Haus der Amish ist in Deutschland durchaus einzigartig.