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Petit Paris

verlassenes Wohnhaus in Thüringen mit Eiffelturm im Wohnzimmer - Petit Paris - Lost Places

Petit Paris, das kleine Paris ist ein wunderschöner Lost Place in Thüringen. Besonderen Wiedererkennungswert hat dabei der Eiffelturm im Wohnzimmer, welcher diesem verlassenen Ort auch zu seinem Namen verhalf. Eigentlich fiel das Gebäude gar nicht direkt als verlassen ins Auge. Erst bei näherer Betrachtung konnte der Eindruck entstehen das sich hinter den Mauern ein toller Lost Place versteckt. Die Erwartungen wurden allerdings im Inneren um weiten übertroffen. Alle Räume waren nahezu unberührt und vollständig möbliert vorzufinden. Auch viele Dokumente waren in dem verlassenen Gebäude noch verblieben. Hieraus konnte eine sehr interessante Geschichte in Erfahrung gebracht werden.

Die Bewohner von Petit Paris

In diesem verlassenen Wohngebäude lebten einst zwei Familien in mehreren Generationen. Die Familie B. und Familie K. wurden im Jahre 1961 durch Margarete miteinander verbunden. Sie wurde 1932 als Margarete B. geboren und heiratete Karl K. Dieser wurde 1933 geboren und war der rechtmäßige Erbe des Hauses. Er erbte das Haus von seinem Vater Franz K. Franz wurde im Jahre 1903 geboren und verstarb 1991. Allerdings lebte Franz lange allein mit Karl und seiner Schwester Renate im Haus. Dies war dem frühen Tod seiner Gattin Anna K. geschuldet. Sie verstarb bereits 1964. Außerdem verlor Franz nicht nur seine Gattin viel zu früh, sondern auch seine erstgeborene Tochter Ilse. Ilse wurde 1930 geboren und verstarb schon ein Jahr nach ihrer Geburt.

Im zweiten Gebäudeteil lebte ein Teil der Familie B. Hierzu gehörte Karl-Heinz der uneheliche Sohn von Margarete. Er wurde 1953 geboren und bekam im Laufe seines Lebens gesundheitliche und finanzielle Probleme. Außerdem lebte im Obergeschoss der 1966 geborene Andreas B. Dieser schien der Cousin von Karl-Heinz zu sein. Doch um ihn stand es auch nicht sonderlich gut. Er hangelte sich von Job zu Job. Allerdings schien er nirgends richtig Fuß fassen zu können. Dies brachte auch ihn in finanzielle Nöte.

Das Ende von Karls Erbe

Als Karl K. 6 Jahre nach dem Tode seines Vaters, im Jahre 1997 ebenfalls verstarb, blieben nur noch wenige Bewohner im Haus. Fortan lebten hier nur noch seine Gattin, Karl-Heinz und Andreas. Als Margarete im Jahre 2014 allerdings schwer an Demenz erkrankte wurde die Situation für die Bewohner zunehmend schwieriger. Karl-Heinz konnte nicht mehr arbeiten und lebte von einer spärlichen Rente. Andreas war immer wieder arbeitslos. Schließlich verstarb auch Margarete im Jahre 2016 an ihrer Krankheit. Die letzten Hinweise waren Mahnbescheide und Androhungen zur Zwangsvollstreckung an Karl-Heinz. Dieser sollte noch ausstehende Rechnungen der Pflege zahlen. Jedoch war er allem Anschein nach dazu nicht in der Lage. Vermutlich musste er daher auch das Erbe um das Haus ausschlagen.

Was letztendlich aus Andreas und Karl-Heinz wurde ließ sich nicht in Erfahrung bringen. Auch warum alle persönlichen Dokumente und Gegenstände hinterlassen wurden bleibt fraglich. Jedoch zeichnet dies ein sehr trauriges Ende ab. Nun ist das über mehrere Generationen genutzte Gebäude nur noch ein zu bestaunender Lost Place. Traurig und faszinierend zugleich. Bleibt zu hoffen, dass Petit Paris von Vandalismus verschont bleibt und noch lang an diese Geschichte zu erinnern vermag.